Das Gericht in Glostrup hat am Freitag mehrere führende Mitglieder der inzwischen verbotenen Rockergruppe Bandidos MC wegen eines Mordversuchs in Bagsværd im Januar 2021 sowie wegen der Planung weiterer Mordversuche und Überfälle zu Beginn des Jahres 2021 schuldig gesprochen.
Der Fall geht auf eine Schießerei am 13. Januar 2021 zurück, bei der ein 55-jähriger Mann von mehreren Kugler getroffen wurde, während er vor seinem Haus in Bagsværd seinen Hund ausführte. Der Mann hatte keinerlei Verbindung zum Rockermilieu und überlebte dank sofortiger medizinischer Behandlung. Die Polizei verfügte zunächst über keine entscheidenden Hinweise, bis die Behörden im März 2021 die verschlüsselte Kommunikationsplattform SKY-ECC schlossen und Zugang zu umfangreichem Material erhielten, das später den Durchbruch in den Ermittlungen brachte.
Das Material führte im Oktober 2024 zur Festnahme und Untersuchungshaft von neun Männern, darunter acht Mitglieder der Bandidos. Mehrere der Angeklagten hatten führende Positionen in der Organisation. Fünf der Männer waren wegen des Mordversuchs in Bagsværd angeklagt, während sich alle neun wegen einer Reihe schwerer Straftaten im Zusammenhang med einem Konflikt zwischen Bandidos und der Bande NNV verantworten mussten. Alle Angeklagten bekannten sich nicht schuldig, und einige entschieden sich dazu, keinerlei Aussagen zu machen.
Nach 22 Verhandlungstagen und einer umfangreichen Beweisaufnahme befand das Geschworenengericht alle fünf Angeklagten des Mordversuchs in Bagsværd für schuldig. Zwei Männer wurden als die Schützen identifiziert, während drei weitere wegen ihrer Beteiligung an der Planung verurteilt wurden. Nach Auffassung des Gerichts beruhte der Angriff auf der fälschlichen Annahme, das Opfer habe Verbindungen zur NNV.
Acht Angeklagte wurden zudem schuldig gesprochen, einen weiteren Mordversuch an einem der beiden jugendlichen Jungen geplant zu haben, die mit einem führenden Mitglied der NNV in Verbindung standen. Die Taten wurden nicht ausgeführt, da es nicht gelang, die Jungen ausfindig zu machen. Mehrere Angeklagte wurden außerdem wegen weiterer Delikte, darunter Waffenbesitz, verurteilt.
Das Urteil im Verfahren soll am 5. Dezember verkündet werden.
