Der Januar 2026 brachte deutlich höhere Strompreise als in fast einem Jahr zuvor und war der teuerste Januar für dänische Stromkundinnen und -kunden seit der Energiekrise 2022. Das zeigen Erhebungen mehrerer der größten Energieunternehmen des Landes, die extreme Winterkälte, geringe Windproduktion und hohe Gaspreise als Hauptursachen nennen.
Laut Andel Energi lag der Durchschnittspreis im Januar bei rund 82,1 Øre pro Kilowattstunde – das höchste Niveau seit Februar 2025. Auch Norlys bestätigt dieses Bild: Dort wurde der reine Strompreis im Januar ebenfalls mit durchschnittlich 80 Øre/kWh berechnet. Das Energieunternehmen OK gibt das gleiche Niveau an und bezeichnet den Januar als den zweitteuersten Monat seit der Energiekrise.
„Ein Durchschnittspreis von 80 Øre pro kWh ist hoch. Es sind vor allem die Winterkälte, fehlender Wind und Niederschläge sowie hohe Gaspreise, die zusammen den Strompreis nach oben getrieben und Strom für dänische Kundinnen und Kunden sehr teuer gemacht haben“, sagt Troels Skipper, Produktchef bei OK.
Norlys hebt die extremen Temperaturen als entscheidenden Faktor hervor. Nach Angaben des dänischen Wetterdienstes DMI lag die Durchschnittstemperatur im Januar bei -0,6 Grad – ein deutlicher Unterschied zu Januar 2025, als sie 2,8 Grad betrug. Die niedrigste in diesem Jahr gemessene Temperatur lag bei -19,4 Grad.
„Wir hatten einen sehr kalten Jahresbeginn in ganz Europa. Das bedeutet, dass wir mehr Strom zum Beheizen unserer Wohnungen und Unternehmen verbraucht haben als gewöhnlich. Gleichzeitig hatten wir – untypisch für die Jahreszeit – sehr wenig Wind“, sagt Mads Brøgger, Direktor des Energiegeschäfts von Norlys.
Trotz der hohen Strompreise haben die dänischen Verbraucherinnen und Verbraucher die volle wirtschaftliche Belastung nicht gespürt, dank einer deutlichen Senkung der Abgaben. Zum Jahreswechsel wurde die Stromsteuer auf den EU-Mindestsatz von 0,8 Øre/kWh vor Mehrwertsteuer gesenkt. Laut Norlys machte dies den Januar für eine durchschnittliche Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.500 kWh rund 300 Kronen günstiger.
Auch Andel Energi betont die Bedeutung der Abgabensenkung. „Wäre die Stromsteuer zum Jahreswechsel nicht von 90 Øre auf 1 Øre pro Kilowattstunde reduziert worden, wäre der Januar damit der teuerste Monat für dänische Stromkundinnen und -kunden seit fast einem Jahr gewesen“, sagt Josefine Walter, kaufmännische Direktorin bei Andel Energi.
Darüber hinaus weisen alle drei Unternehmen auf starke Preisschwankungen im Tagesverlauf hin. Laut Andel Energi erreichte der Strompreis am 20. Januar mit 206,3 Øre/kWh seinen Höchststand, was rund 3,24 Kronen inklusive Abgaben und Tarife entspricht. Typischerweise ist der Strompreis während der sogenannten „Kochspitze“ zwischen 17 und 21 Uhr am höchsten, während er nachts deutlich niedriger sein kann.
„Die klare Empfehlung lautet, die Preise im Blick zu behalten und Strom dann zu nutzen, wenn er am günstigsten ist. Im Winter ist das typischerweise nachts“, sagt Troels Skipper von OK. Mads Brøgger von Norlys ergänzt: „Wenn man ein wenig über seinen Verbrauch nachdenkt, kann man die Stromrechnung noch weiter senken.“
Die Energieunternehmen empfehlen unter anderem, Elektroautos nachts zu laden oder in intelligente Lösungen wie Heimbatterien zu investieren, die Strom speichern können, wenn er am günstigsten ist, und ihn später zu nutzen, wenn die Preise hoch sind.
Der Januar 2026 hat damit die Notwendigkeit flexibler Energiegewohnheiten und einen anhaltenden Fokus darauf unterstrichen, wie Haushalte mit einem volatileren Strommarkt umgehen können.
:NB:
