Zwei neu gewählte Mitglieder des dänischen Parlaments sind nur wenige Tage nach ihrer Wahl aus ihren jeweiligen Parteien ausgeschlossen worden.
Jacob Harris wurde am Dienstag für Borgernes Parti ins Folketing gewählt. Am Freitag beantragte er Beurlaubung, und am Samstag wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Laut einem Beitrag auf der Facebook-Seite der Partei lautet die Begründung, dass Harris nach Auffassung der Partei gegen die von ihm unterzeichnete Ehrenerklärung verstoßen, dem Parteiapparat keine wahrheitsgemäßen Angaben gemacht und zudem wiederholt gegen die Werte der Partei gehandelt habe.
Zuvor war bekannt geworden, dass die Moderaten Mike Fonseca Geld angeboten hatten, damit er das Folketing verlässt, sodass die Partei sein Mandat zurückerhalten konnte, nachdem er aus seiner Partei ausgeschlossen worden war. Borgernes Parti hat erklärt, dass sie eine solche Vereinbarung nicht eingehen wird. Die Partei teilte mit, dass Jacob Harris darüber informiert worden sei, und fügte hinzu: „Was er nun tut, muss seinem Gewissen überlassen bleiben.“
Am Donnerstag berichtete das Medium Finans, dass ein Insolvenzverwalter Harris vorwirft, hinter dem Missbrauch von Geldern in einem insolventen Familienunternehmen zu stehen. Am Freitag teilte Harris mit, dass er Beurlaubung vom Folketing nimmt. Gegenüber DR erklärte er, dass er als fraktionsloser Abgeordneter weitermachen werde: „Ich werde meinen Einfluss als Fraktionsloser geltend machen. Das habe ich nicht selbst gewählt. Meine Tür steht offen, falls Borgernes Parti es sich anders überlegt.“
Gleichzeitig teilte Liberal Alliance am Samstag mit, dass die Partei das neu gewählte Parlamentsmitglied Cecilie Liv Hansen wegen „unrichtiger Angaben von wesentlicher Bedeutung“ ausgeschlossen hat, wie mehrere dänische Medien, darunter dr.dk, berichten.
In einem Facebook-Beitrag schrieb Cecilie Liv Hansen: „Ich habe mich aus Liberal Alliance abgemeldet.“ Sie führte weiter aus, dass sie nach wiederholten Gerüchten und unbegründeten Anschuldigungen, die über sie kursierten, von der Partei aufgefordert worden sei, ihre Mandate abzugeben. Sie erklärte, dass viele dieser Gerüchte unwahr seien, einige Umstände in Bezug auf ihren Lebenspartner jedoch zutreffen. In diesem Zusammenhang habe sie sich früher am Tag auf Aufforderung der Partei zum Austritt entschlossen.
Weiter schrieb sie, dass sie sich darüber wundere, dass „Umstände, die weder meine Handlungen noch mich als Person betreffen, die Grundlage hierfür bilden sollen. Meiner Ansicht nach ist das in keiner Weise gerecht.“
