Bei Schaalby nahe Schleswig ist ein bemerkenswerter archäologischer Fund gemacht worden: Mehrere römische Bronzegefäße lagen dort rund 1.500 Jahre lang im Boden verborgen. Entdeckt wurden sie von Martin Kjær, Mentor im Projekt „Veteranen in der Archäologie“ an der Universität Aarhus.
Der Fund wurde im Herbst bei einer Metalldetektortour gemacht, als ein Signal sich deutlich von den anderen abhob.
„Es war ein langer Tag, und er neigte sich dem Ende zu. Aber ich ging weiter entlang einiger Spuren, die noch nicht betreten waren. Plötzlich bekam ich ein Signal, das größer war als die anderen. Schließlich legten wir gemeinsam die Spitze von etwas Grünem und Halbrundem frei. Ich konnte sehen, dass es alt war, aber erst später wurde mir wirklich klar, was ich gefunden hatte“, berichtet er.
Für Martin Kjær ist es ein ganz besonderer Fund:
„Ich benutze seit meiner Kindheit einen Metalldetektor, aber das ist mit Abstand der größte Fund, den ich je gemacht habe. Es ist gut möglich, dass ich nie wieder etwas Vergleichbares finden werde.“
Seltener Fund wird im Block geborgen
Die Ausgrabung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen der Universität Aarhus und den deutschen archäologischen Behörden. Die Archäologen haben zwei, möglicherweise drei größere Gefäße sowie ein fein verziertes Sieb identifiziert, wie es von römischen Trinkgelagen bekannt ist.
Die Funde sind in einem fragilen Zustand und werden daher als zusammenhängender Erdblock geborgen. Dabei wird der Fund freigelegt und ausgegraben, anschließend in Kunststoff und Gips verpackt und als Ganzes herausgehoben. Der Block wird danach in ein Labor transportiert, wo er zunächst mittels CT-Scan untersucht wird, bevor die eigentliche Ausgrabung erfolgt.
Könnte das historische Verständnis verändern
Nach Angaben der Archäologin Christina Seehusen ist der Fund sowohl ungewöhnlich als auch überraschend:
„Es war eine große Überraschung, römische Importgefäße auf diesem Feld zu finden. Wir haben hier zuvor viele Funde aus der Wikingerzeit gemacht, aber das übertrifft alles – sowohl weil es älter ist als auch weil diese Art von Fund im Norden extrem selten ist“, sagt sie.
Der Fund könnte neue Erkenntnisse über die Verbindungen zwischen dem Norden und dem Römischen Reich liefern und deutet zugleich darauf hin, dass das Gebiet früher von Bedeutung gewesen sein könnte als bislang dokumentiert.
„Das Gebiet liegt in Verbindung mit dem Danewerk und nahe Haithabu, das als zentraler Knotenpunkt der Wikingerzeit gilt. Die neuen Funde sind mehrere hundert Jahre älter und können daher dazu beitragen, das Bild darüber zu differenzieren, wie früh die Region eine Rolle spielte“, erklärt Christina Seehusen.
Viele offene Fragen
Noch ist unklar, in welchem Zusammenhang der Fund steht. Laut Christina Seehusen kommen mehrere Erklärungen infrage:
„Es könnte sich um ein Grab, eine Opfergabe oder ein Depot handeln. Wir hoffen, dass die Analysen uns dabei helfen werden, das zu klären“, sagt sie.
Die bevorstehende CT-Untersuchung könnte auch Aufschluss darüber geben, ob sich weitere Gegenstände oder Überreste in den Gefäßen befinden.
Der Fund wurde im Rahmen des Projekts „Veteranen in der Archäologie“ gemacht, bei dem ehemalige Soldaten gemeinsam mit Forschern an archäologischen Arbeiten teilnehmen. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, was die rund 1.500 Jahre alten Gefäße enthalten und welche Bedeutung der Fund für das Verständnis der Geschichte der Region hat.



















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