Ein neues fünfjähriges Forschungsprojekt soll mehr Wissen über die bedrohten Schweinswale in der Ostsee schaffen und die Grundlage für einen besseren Schutz der Bestände liefern.
Der Schweinswal ist die einzige Walart, die sich in der Ostsee fortpflanzt. Sowohl der Bestand in der inneren Ostsee als auch der Bestand in der Beltsee stehen jedoch unter Druck. Der Bestand in der inneren Ostsee wurde zuletzt auf etwa 500 Tiere geschätzt und gilt als vom Aussterben bedroht. Der Bestand in der Beltsee wird auf der Roten Liste von HELCOM als gefährdet geführt.
Das Projekt trägt den Namen CUMBIAH – Conservation Union for Management of the Baltic Harbour Porpoise Populations and their Habitat und soll die Bestände, Bedrohungen und Lebensräume der Schweinswale untersuchen.
„Beide Bestände sind menschengemachten Bedrohungen wie Beifang, Nahrungsmangel, Verschmutzung und Unterwasserlärm ausgesetzt. Bisher wurden jedoch nur begrenzte Schutzmaßnahmen umgesetzt“, sagt Signe Sveegaard, Seniorberaterin und Projektleiterin an der Universität Aarhus.
„Deshalb möchten wir eine solide Wissensgrundlage schaffen, die künftig ein wirksames Management unterstützen kann“, sagt sie.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind Analysen akustischer Daten, die 2024 und 2025 gesammelt wurden. Die Daten sollen den Forschern ein besseres Verständnis von Bestandsgröße, Entwicklung, Verbreitung und Dichte der Schweinswale ermöglichen. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler Methoden entwickeln, um Schweinswalkälber akustisch identifizieren zu können.
„Dieses Wissen kann dazu beitragen, die empfindlichsten Gebiete und Jahreszeiten für diesen bedrohten Bestand besser zu schützen“, erklärt Signe Sveegaard.
Das Projekt wird außerdem Umwelt-DNA, sogenannte eDNA, nutzen, um die Qualität der Lebensräume und das Vorkommen von Beutefischen zu untersuchen. Gleichzeitig sollen die Überwachung und die Obduktion gestrandeter Schweinswale neue Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Tiere, Krankheiten und Todesursachen liefern.
„Dazu gehören unter anderem Ernährungszustand, Geschlecht, Fortpflanzungsstatus, Krankheiten und Todesursachen. Diese Art von Wissen ist wichtig, um zu verstehen, welchen Belastungen die Bestände ausgesetzt sind und wie sich verschiedene Bedrohungen auf die Tiere auswirken“, sagt Signe Sveegaard.
CUMBIAH vereint 14 Partner aus Dänemark, Deutschland, Schweden, Estland, Finnland und Litauen. Die dänischen Partner sind die Universität Aarhus, NIRAS und Museum Vest. Das Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit finanziert und läuft über fünf Jahre.
Ziel ist es, neues Wissen zu schaffen, das in gezielte Schutzmaßnahmen für die Schweinswale und ihre Lebensräume umgesetzt werden kann.












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