Neues Stadtprojekt in Esbjerg soll Jugendlichen mehr Raum geben

Entwurf – Neuer öffentlicher Raum und modernisierter Basketballplatz – Museumspladsen Esbjerg. Illustration: Esbjerg Kommune

Mitten in Esbjerg entsteht in den kommenden Wochen ein neues, zunächst zeitlich befristetes Stadtprojekt, das jungen Menschen mehr Platz für Begegnungen, Bewegung und gemeinsame Aktivitäten bieten soll. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Wünsche und Erfahrungen von Mädchen im Teenageralter.

Das neue Stadtareal entsteht auf dem bisherigen Skateplatz am Museumspladsen. Das Gelände liegt zwischen einem Parkplatz, einem Basketballplatz und einer Petanque-Anlage und wird nach Angaben der Projektverantwortlichen bislang nur wenig genutzt.

Das Vorhaben ist Teil des Projekts „Urban Minded Esbjerg“ sowie der Stadterneuerung im Bahnhofsviertel. Beteiligt sind die Kommune Esbjerg, das Architekturbüro Henning Larsen, KOMPAN Global, Plastix und Jugendliche aus der Region. Unterstützt wird das Projekt von der Villum-Stiftung.

Die Bauarbeiten beginnen Anfang August. Der Skateplatz bleibt von der 32. bis zur 38. Kalenderwoche gesperrt. Die Eröffnung des neuen Stadtbereichs ist für September geplant. Anschließend soll das Gelände zwei Jahre lang als Modellprojekt dienen.

Gleichzeitig wird auch der benachbarte Basketballplatz modernisiert. Unter anderem erhält die Anlage einen neuen Anstrich, und die Basketballkörbe werden instand gesetzt. Nach Angaben der Stadtverwaltung bleibt der Platz während des größten Teils der Bauarbeiten geöffnet.

Ein Ort für Begegnungen

Nach Angaben der Projektverantwortlichen wurde das Gelände von den beteiligten Jugendlichen zunächst als „grau“, „leblos“ und als ein Ort beschrieben, den man kaum wahrnehme. Im Verlauf der gemeinsamen Workshops entwickelte sich jedoch eine neue Sichtweise auf das Areal.

Ziel ist es nun, einen offenen Treffpunkt zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, spielen, Sport treiben oder einfach Zeit miteinander verbringen können – unabhängig davon, ob sie etwas kaufen oder konsumieren möchten.

Peer Rexen, stellvertretender Direktor des Bereichs Technik und Umwelt sowie Leiter der Stadtentwicklung in Esbjerg, betont, dass die Stadt allen Bürgerinnen und Bürgern offenstehen müsse. Mit dem Projekt solle insbesondere Jugendlichen eine echte Alternative zu digitalen Angeboten geschaffen werden.

Jugendliche gestalten den öffentlichen Raum mit

Das Projekt basiert auf den Erfahrungen von Mädchen im Teenageralter, die über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr ihre Vorstellungen und Ideen eingebracht haben. Dabei wurde deutlich, dass sich viele junge Frauen und Mädchen vor allem an kommerziellen Orten in der Stadt aufhalten.

Das neue Stadtareal soll deshalb bewusst kostenlos und frei zugänglich sein.

Nach Angaben der Architekten von Henning Larsen zeigt das Projekt, wie wichtig es ist, die späteren Nutzerinnen und Nutzer frühzeitig in die Planungen einzubeziehen. Auf diese Weise könnten öffentliche Räume entstehen, in denen sich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen stärker repräsentiert fühlten.

Auch die Gestaltung des Geländes orientiert sich an den Vorschlägen der Jugendlichen. Entstehen soll keine klassische Spielfläche, sondern ein Ort, der Bewegung, Erholung und Begegnung miteinander verbindet.

Erkenntnisse für künftige Projekte

Das Projekt „Urban Minded Esbjerg“ ist zugleich Teil eines Forschungsprojekts des Architekturbüros Henning Larsen. Untersucht wird dabei, wie Stadtplanung und Gestaltung dazu beitragen können, die Lebensqualität, das Sicherheitsgefühl und die gesellschaftliche Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen zu verbessern.

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Erfahrungen aus Esbjerg künftig auch in andere Stadtentwicklungsprojekte einfließen können.

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