Benachteiligte Patienten erleben häufiger Unterbrechungen in der hausärztlichen Versorgung

Eine neue landesweite Studie der Süddänischen Universität (SDU) zeigt, dass Patienten mit niedrigem sozioökonomischem Status, chronischen Erkrankungen und Wohnsitz in den Regionen Hovedstaden und Sjælland häufiger ihre Hausarztpraxis wechseln. Dies kann Konsequenzen für Behandlung, Chancengleichheit im Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft haben.

Patienten mit niedrigem Einkommen, kurzer Schulbildung, Arbeitslosigkeit oder Migrationshintergrund wechseln häufiger die Hausarztpraxis als andere – ebenso wie Personen mit chronischen Erkrankungen oder Wohnsitz in bestimmten Landesteilen. Das zeigt eine neue nationale Registerstudie des Dänischen Zentrums für Gesundheitsökonomie und der Forschungseinheit für Allgemeinmedizin an der SDU.

Ein Praxiswechsel kann etwa durch einen Umzug oder die Schließung einer Praxis bedingt sein, aber auch durch eine bewusste Entscheidung der Patienten für eine andere Praxis.

„Wenn Patienten wiederholt die Praxis wechseln, gehen nicht nur Kontinuität, sondern auch wichtige Informationen, persönliche Beziehungen und Verantwortung in der Behandlung verloren. Das erhöht das Fehlerrisiko und macht das Gesundheitssystem ineffizienter“, sagt Dozent und Gesundheitsökonom Troels Kristensen.

Die Studie umfasst Daten von mehr als 4,5 Millionen Dänen und zeigt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen häufiger Unterbrechungen in der Bindung an eine Praxis erleben – was die Forschenden als Diskontinuität bezeichnen. Die meisten hatten ein oder zwei Praxiswechsel, doch einige – insbesondere junge Erwachsene sowie Patientinnen und Patienten in der Region Hovedstaden und Sjælland – erlebten deutlich mehr.

Patienten in mittelgroßen Kommunen haben stabilste Versorgung

Die Studie zeigt, dass Patienten in sogenannten mittelgroßen Kommunen – also weder eindeutig ländlich noch urban – die höchste Kontinuität und die wenigsten Praxiswechsel aufweisen.

Die Forschenden vermuten, dass strukturelle oder organisatorische Faktoren eine stabilere Versorgung unterstützen. Sie regen an, die Erfahrungen dieser Kommunen auf Regionen mit hoher Patientenmobilität und geringer Arztdichte zu übertragen.

Regionale Unterschiede könnten auf Organisation zurückzuführen sein

Die Studie zeigt zudem, dass Patienten in den Regionen Sjælland und Hovedstaden signifikant häufiger Unterbrechungen in der hausärztlichen Versorgung erleben – selbst wenn Unterschiede in Alter, Geschlecht, Krankheit und sozioökonomischem Hintergrund berücksichtigt werden.

Laut den Forschenden deutet dies auf organisatorische Unterschiede in der Allgemeinmedizin zwischen den Regionen hin – und sollte im Hinblick auf die geplante Zusammenlegung der beiden Regionen zu einer Großregion reflektiert werden.

„Wir stellen fest, dass Patienten in Hovedstaden und Sjælland ein höheres Risiko für Diskontinuität haben – selbst bei Anpassung an soziale und gesundheitliche Unterschiede. Das weist darauf hin, dass die Organisation der Hausarztversorgung eine Rolle spielt“, so Kristensen.

Auch chronisch Kranke wechseln die Praxis

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass auch Patienten mit chronischen Erkrankungen häufig Praxiswechsel erleben. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Gruppe, die eine stabile Beziehung zu einem festen Gesundheitsteam bräuchte. Das stellt die Annahme in Frage, dass gerade Patienten mit hohem Behandlungsbedarf automatisch kontinuierlich betreut werden.

„Wir hatten erwartet, dass chronisch kranke Patienten eine stabilere Bindung an ihre Praxis haben würden. Stattdessen sehen wir ein unerwartet hohes Risiko für Diskontinuität – das ist besorgniserregend und sollte weiter untersucht werden“, so Kristensen.

Verlust von Beziehung und erhöhtes Fehlerrisiko

Diskontinuität kann dazu führen, dass wichtiges Wissen und persönliche Beziehungen zwischen Arzt und Patient verloren gehen – was das Risiko für Fehler, doppelte Untersuchungen und fehlende Nachverfolgung erhöht. Letztlich kann dies die Gesundheit der Patienten beeinträchtigen und zu schlechterer Versorgung führen – und gleichzeitig unnötigen Druck auf das Gesundheitssystem ausüben. Nur in seltenen Fällen – etwa bei veralteten Behandlungsplänen – kann ein neuer Blickwinkel von Vorteil sein.

„Kontinuität ist nicht nur eine Frage des Sicherheitsgefühls für die Patienten – sie ist entscheidend für Qualität und Effizienz der Behandlung“, sagt Peder Ahnfeldt-Mollerup, praktizierender Arzt und Mitautor der Studie.

„Wenn bestimmte Gruppen immer wieder überrepräsentiert sind unter jenen mit häufigem Arztwechsel, zeigt das ein strukturelles Problem.“

Forschende: Lernen von erfolgreichen Regionen

Die Studie bietet laut den Forschenden wichtige Orientierung für Gesundheitspolitiker und -verwalter. In Zeiten mit Fokus auf die

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