Das dänische Außenministerium hat beschlossen, die globale Präsenz des dänischen Auswärtigen Dienstes neu auszurichten – mit der Eröffnung neuer Botschaften und der Schließung einer bestehenden Vertretung. Dies geschieht im Rahmen des Bestrebens der Regierung, Dänemarks außenpolitisches Profil in einer Zeit globaler Unsicherheit zu stärken.
Im Jahr 2026 wird Dänemark neue Botschaften in Argentinien und Albanien eröffnen. Gleichzeitig wird das derzeitige Büro in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, zu einem Generalkonsulat aufgewertet, und ein Sonderbeauftragter für Zentralasien ernannt. Im Gegenzug wird die dänische Botschaft in Myanmar bis Ende 2026 geschlossen.
„Die Welt verändert sich rasant. Das bringt neue Herausforderungen mit sich, aber auch große Chancen. Wir brauchen einen starken und zeitgemäßen Auswärtigen Dienst, der in den Ländern präsent ist, in denen Dänemark wichtige Interessen hat – und diesem Ziel sind wir heute einen Schritt nähergekommen“, erklärt Außenminister Lars Løkke Rasmussen.
Die Botschaft in Albanien soll das EU-Streben des Landes unterstützen und dem wachsenden Einfluss Russlands entgegenwirken. Die Botschaft in Argentinien soll Dänemarks Engagement in Lateinamerika stärken und den Handel mit einer der führenden Wirtschaftsmächte der Region ausbauen.
Der neue Sonderbeauftragte für Zentralasien soll die Beziehungen zu einer Region intensivieren, die Dänemark enger an Europa heranführen möchte und der zunehmende geopolitische Bedeutung beigemessen wird.
Die Aufwertung des Büros in Ho-Chi-Minh-Stadt zu einem Generalkonsulat soll die wirtschaftlichen Interessen Dänemarks in Vietnam unterstützen. Die Stadt gilt als das finanzielle Zentrum des Landes und beherbergt den Großteil der über 135 dänischen Unternehmen vor Ort.
Die Schließung der Botschaft in Myanmar erfolgt unter anderem aufgrund der verschlechterten Kooperationsbedingungen nach dem Militärputsch. „Die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit haben sich seit dem Putsch erheblich verschlechtert, und derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Verbesserung“, so das Außenministerium.
Die Änderungen fügen sich in eine Reihe von Entscheidungen der letzten zwei Jahre ein, in deren Rahmen Dänemark Botschaften unter anderem in Tunesien, Ruanda, Senegal, Bosnien-Herzegowina, Moldawien und Malaysia eröffnet hat. Zudem wurde ein früherer Beschluss zur Schließung der Botschaft in Tansania rückgängig gemacht.
Mit den neuen Anpassungen wird Dänemark künftig über insgesamt 105 Auslandsvertretungen verfügen, darunter 71 Botschaften – weiterhin weniger als Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland oder die Niederlande.
