Das Wassermilieu im Flensburger Fjord steht unter starkem Druck, und sowohl Dänemark als auch Deutschland tragen eine gemeinsame Verantwortung dafür, diese Entwicklung umzukehren. Deshalb treffen sich am Montag dänische und deutsche Minister auf Schloss Sønderborg zu einer gemeinsamen Beratung darüber, wie die Zusammenarbeit zur Verbesserung der Wasserqualität im Fjord gestärkt werden kann. Ebenfalls anwesend sind Kommunalpolitiker aus der Grenzregion sowie Vertreterinnen und Vertreter von Natur- und Landwirtschaftsorganisationen.
Der dänische Minister für die Grüne Dreiparteienvereinbarung, Jeppe Bruus, betont die Notwendigkeit einer verbindlicheren Zusammenarbeit in Bezug auf den grenzüberschreitenden Fjord:
„Wir tragen eine gemeinsame Verantwortung für die Wasserqualität an unseren Grenzen, aber es hat an einer klaren Zusammenarbeit zum Flensburger Fjord gefehlt. Diese müssen wir nun aufbauen. Deshalb freue ich mich über die breite Unterstützung für das Treffen in Sønderborg, bei dem wir unsere Ziele erörtern und gute Ideen austauschen wollen, wie wir gemeinsam bessere Bedingungen für das Leben im Fjord schaffen können.“
Der Flensburger Fjord hat Küsten in Dänemark und in Deutschland, und beide Länder tragen zum Zustand des Fjords bei. In der jüngsten Bewertung wurde der innere Teil des Fjords als in schlechtem ökologischem Zustand eingestuft, während der äußere Teil einen unzureichenden ökologischen Zustand aufweist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Koordination und gemeinsamer Lösungen, die zugleich Synergien im Klima- und Umweltschutz schaffen können.
Der deutsche Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Carsten Träger, der ebenfalls an dem Treffen teilnimmt, betont, dass der Druck auf die Gewässer zunimmt und gemeinsames Handeln erfordert:
„Unsere Gewässer stehen unter wachsendem Druck – durch vielfältige Nutzungen, Nährstoffbelastungen, Umstrukturierungsmaßnahmen und die Folgen des Klimawandels. Als Lebensräume und als Grundlage für Biodiversität, Trinkwasserversorgung und Erholung müssen sie besser geschützt werden. Diese Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen – auch über Grenzen hinweg.“
An dem Treffen nehmen außerdem der Umweltminister von Schleswig-Holstein, Tobias Goldschmidt, sowie rund 50 lokale Engagierte und Interessierte teil, die sich an einem gemeinsamen Austausch beteiligen, der von der dänischen Generalkonsulin in Flensburg, Annette Lind, moderiert wird. Dabei besteht die Möglichkeit, konkrete Ideen und Wünsche für eine zukünftige Zusammenarbeit einzubringen.
Das gesamte Einzugsgebiet des Flensburger Fjords umfasst rund 590 km², davon liegen etwa 210 km² auf dänischem Staatsgebiet. Nach Einschätzung der Behörden sind die Umweltprobleme des Fjords vor allem auf zu hohe Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in beiden Ländern zurückzuführen. Das Treffen in Sønderborg soll den ersten Schritt hin zu einem stärker koordinierten Einsatz zum Schutz und zur Wiederherstellung des ökologischen Zustands des Fjords markieren.
