Zwei schwedische Staatsbürger im Alter von 18 und 21 Jahren sind wegen Terrorismus und versuchten Mordes nach einem Angriff auf die israelische Botschaft im Oktober 2024 zu Freiheitsstrafen von jeweils 12 und 14 Jahren verurteilt worden. Dies entschied am Dienstag ein Schwurgericht am Kopenhagener Stadtgericht.
Der Angriff ereignete sich in der Nacht zum 2. Oktober 2024, als die beiden Verurteilten – damals 16 und 19 Jahre alt – in das Gebiet rund um die israelische Botschaft in Hellerup gingen. Sie führten fünf Handgranaten mit sich und warfen zwei davon in Richtung der Botschaft. Die Granaten landeten auf dem Balkon einer nahegelegenen Villa, wo sie explodierten und Sachschäden verursachten.
Das Gericht stellte fest, dass die beiden Männer die Handgranaten mit dem Ziel warfen, die israelische und die dänische Bevölkerung in erheblichem Maße einzuschüchtern. Die Tat wird daher als terroristischer Anschlag gegen israelische Interessen gewertet.
Zudem wurde festgestellt, dass die Verurteilten gemeinschaftlich und nach vorheriger Absprache mit einem oder mehreren unbekannten Mittätern aus einem kriminellen Netzwerk in Schweden handelten.
„Das kriminelle Netzwerk hat als verlängerter Arm einer nahöstlichen Terrororganisation in Dänemark agiert, wobei die israelische Botschaft als Ziel des Anschlags ausgewählt wurde. Die beiden Täter wussten, dass mit den Granaten ein Signal an Israel gesendet werden sollte. Deshalb sind sie nun wegen Terrorismus verurteilt worden“, sagt Sonderstaatsanwalt Søren Harbo.
Neben der Verurteilung wegen Terrorismus wurden die beiden Männer auch wegen versuchten Mordes an den Bewohnern der Villa, in der die Granaten explodierten, schuldig gesprochen. Vom Vorwurf, das Leben der Soldaten, die die Botschaft bewachten, in Gefahr gebracht zu haben, wurden sie hingegen freigesprochen.
Als Teil des Urteils wurden beide Männer aus Dänemark ausgewiesen und mit einem lebenslangen Einreiseverbot belegt.
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