Greenpeace-Protest in Kopenhagen: Aktivisten nehmen Agrarlobby ins Visier

Eine Gruppe von Aktivisten von Greenpeace führte am Donnerstagmorgen eine Aktion vor dem Hauptsitz von Landbrug & Fødevarer auf Axelborg in Kopenhagen durch.

Mit der Botschaft „STOPPT DIE SCHWEINEREI — RETTET DAS TRINKWASSER“ gestalteten die Aktivisten die Fassade des Gebäudes um, indem sie die eigenen Werbeplakate der Organisation durch große rote Warnsymbole ersetzten. Auf den Fenstern wurden unter anderem Botschaften über „gesundheitsschädliche Lobbyarbeit“ sowie Warnungen vor der Verschmutzung des Trinkwassers durch Pestizide und Nitrat angebracht.

Gleichzeitig hielten sich drei Aktivisten auf dem Dach auf, wo sie in schwarzen Anzügen und mit Schweinemasken eine Aktion mit mitgebrachten Toiletten durchführten. Hinter ihnen hing ein Banner mit der Aufschrift „RETTET DAS TRINKWASSER – STOPPT DIE SCHWEINEREI“.

Laut Greenpeace richtet sich die Aktion gegen die Rolle von Landbrug & Fødevarer beim Schutz des Grundwassers.

– Seit Jahrzehnten wissen wir, dass unser Trinkwasser verschmutzt wird. Dass das Grundwasser dennoch nicht geschützt wurde, liegt an einem einzelnen Interessenvertreter: der Agrarlobbyorganisation Landbrug & Fødevarer. Deren Lobbyarbeit ist zu einem Gesundheitsproblem geworden, sagt Christian Fromberg, politischer Kampagnenleiter bei Greenpeace.

Einer der Aktivisten, Mads Wulff, erklärt, dass die Organisation mehr Aufmerksamkeit auf die Folgen der Schweineproduktion für das Trinkwasser lenken wolle.

Nach Angaben von Greenpeace ist der Schutz empfindlicher Trinkwassergebiete begrenzt, und in 55,7 Prozent der dänischen Trinkwasserbohrungen wurden Rückstände von Pestiziden gefunden. Die Organisation weist zudem darauf hin, dass Nitrat aus Gülle und Düngemitteln ein Gesundheitsrisiko darstellen kann.

Das Thema Trinkwasser und Landwirtschaft ist laut Greenpeace zu einem zentralen Punkt in der politischen Debatte geworden.

Greenpeace gibt außerdem an, dass eine Mehrheit der Wähler ein Verbot von Pestiziden unterstützt und dass 95 Prozent der Dänen einen besseren Schutz des Trinkwassers wünschen.

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