Studie: Mehrheit der Lehrkräfte erlebt sinkendes Leistungsniveau bei Schülerinnen und Schülern

Eine neue Mitgliederumfrage der Dänischen Lehrergewerkschaft (DLF), die in Zusammenarbeit mit DR durchgeführt wurde, zeigt, dass eine Mehrheit der Lehrkräfte der Ansicht ist, dass die Schülerinnen und Schüler in der Folkeskole in den vergangenen fünf Jahren fachlich schwächer geworden sind.

Der Umfrage zufolge geben 62 Prozent der Lehrkräfte an, dass das fachliche Niveau der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu vor fünf Jahren gesunken ist, während 22 Prozent keinen Rückgang feststellen und 16 Prozent mit „weiß nicht“ antworten.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass Lehrkräfte den Unterricht häufig auf ein niedrigeres Niveau anpassen müssen, als sie für erforderlich halten. 32 Prozent geben an, dass dies täglich geschieht, während 36 Prozent dies wöchentlich erleben.

Die Lehrkräfte beschreiben außerdem Herausforderungen dabei, sowohl fachlich schwache als auch fachlich starke Schülerinnen und Schüler angemessen zu fördern. 74 Prozent geben an, dass sie zwei oder mehr Schülerinnen und Schüler mit fachlichen Schwierigkeiten haben, denen sie nicht die notwendige Unterstützung bieten können. Gleichzeitig gibt ein großer Anteil an, dass sie die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend fordern können.

Der Vorsitzende der Dänischen Lehrergewerkschaft, Gordon Ørskov Madsen, bezeichnet die Ergebnisse als ernst.

„Das ist ein ernstes Problem. Es betrifft sowohl die späteren Chancen der Schülerinnen und Schüler im Leben – als auch die Tatsache, dass wir in Dänemark davon leben, gut ausgebildet zu sein. Derzeit bereiten wir weder die fachlich schwächsten noch die stärksten Schülerinnen und Schüler ausreichend gut vor“, sagt er.

Er weist darauf hin, dass die Entwicklung den Auftrag der öffentlichen Schule sowie die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte unter Druck setzt. Seiner Ansicht nach erleben viele Lehrkräfte, dass ihnen die notwendigen Rahmenbedingungen fehlen, um das fachliche Niveau der Schülerinnen und Schüler zu heben, was dazu führen kann, dass einige die öffentliche Schule verlassen.

Laut DLF ist die Umfrage im Zusammenhang mit anderen Entwicklungen in diesem Bereich zu sehen, darunter ein steigender Anteil von Lehrkräften ohne Lehrerausbildung, eine Verdopplung der Vertretungsstunden in den vergangenen 15 Jahren sowie die Wahrnehmung, dass die Zeit der Lehrkräfte zunehmend für Aufgaben wie Besprechungen, Konfliktlösung und Dokumentation aufgewendet wird.

DLF weist auf die Notwendigkeit hin, die Rahmenbedingungen für den Unterricht zu verbessern, darunter mehr Zeit für die Vorbereitung, mehr ausgebildete Lehrkräfte und eine verstärkte Nutzung von Team-Teaching-Modellen.

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